Deutsche Narkolepsie-Gesellschaft e. V.

Landesverband Bayern

 

Was ist Narkolepsie?

 

Schlafkrankheit und Schlummersucht sind landläufige Bezeichnungen der Narkolepsie, deren auf­fälligstes Merkmal eine unwiderstehliche Einschlafneigung ist. Sie äußert sich in Schlafanfällen, die zu j eder Tageszeit und auch in sehr ungewöhnlichen Situationen auftreten können. Bei Narkolepsie liegt eine Funktionsstörung der Schlaf-Wach-regulierenden Zentren vor, welche im Hirnstamm und Zwischenhirn liegen. Zur Auslösung der Krankheit ist nach heutiger Sicht eine Veranlagung mit meist gering ausgeprägter Vererbungsneigung erforderlich. Narkolepsie ist eine chronische Krank­heit, die lebenslang bestehen bleibt und nach heutigem Kenntnisstand der Medizin nicht heilbar ist. So wenig die Krankheit die Lebenserwartung beeinträchtigt, so sehr prägen ihre Symptome oft die Lebensführung der Betroffenen. Zudem verursacht ein fehlendes Verständnis der Umwelt häufig erhebliche persönliche, familiäre und berufliche Probleme. Eine sinnvolle Anpassung der Lebens­weise mit sorgfältig unterstützender, medikamentöser Dauerbehandlung und eine vernünftige, vor­urteilsfreie Einstellung der Umgebung können das Leben des Betroffenen jedoch durchaus erträg­lich machen.

 

Symptome:

 

- Tagesschläfrigkeit: Entweder in Form von Schlafattacken kürzerer Dauer oder einer ständigen Müdigkeit.

 

- Kataplektische Attacken (Kataplexien): Anfälle von Muskelschwäche, die zu einem äußerlich kaum wahrnehmbaren Erschlaffen der Gesichtsmuskeln, Weichwerden in den Knien oder sogar zum vollständigen Hinstürzen führen können. Man spricht von einem affektiven Tonusverlust, weil diese Anfälle fast immer durch Lachen und Affekte wie Freude, Ärger oder Enttäuschung ausgelöst werden. Das Bewusstsein des Betroffenen ist während der Kataplexien nicht gestört oder nur ge­ringfügig beeinträchtigt.

 

- Schlaflähmung.- Beim Schlafen oder Erwachen auftretender Verlust des Muskeltonus mit vollstän­diger Bewegungsunfähigkeit.

 

- Hypnagoge Halluzinationen: Lebhafte, oft übertrieben wirklichkeitsnahe, angstvolle Traum­wahrnehmungen („Horrorträume") beim Einschlafen

 

- Störung des Nachtschlafs: Zerhackter Schlaf und häufiges Erwachen aus dem Schlaf mit z. T. stundenlangem Wachliegen

 

Automatisches Verhalten: Unkontrollierte, im „Halbschlaf` ausgeführte fehlerhafte und unsinnige Handlungen

 

Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen: Aufgrund von Tagesschläfrigkeit. Besonders störend wirkt sich dies beim Lesen längerer Texte aus.

 

Andere Krankheiten mit Tagesschläfrigkeit: Ausgeprägte Tagesschläfrigkeit oder Schlafanfälle können auch auftreten, ohne dass eine Narkolepsie vorliegt. In diesen Fällen sollte abgeklärt werden, ob eine Störung der Muskelaktivität im Schlaf oder eine andere organische Ursache vorliegt, die den Nachtschlaf beeinträchtigt. Am zweckmäßigsten erfolgt die Untersuchung in einem dafür ausgerü­steten schlafnedizinischen Zentrum. Obwohl die Folgen solcher Störungen der Schlaf-Wach-Re­gelung auf die Leistungsfähigkeit am Tage ähnlich sind wie bei der Narkolepsie, sind häufig andere Arten der Behandlung erforderlich.

 

Aufgabenstellung der DNG:

 

durch Beratung und Betreuung die Lage von Personen zu verbessern, die an Narkolepsie und ähnlichen Erkrankungen der Schlaf-Wach-Regulierung leiden und ihre Eingliederung in Beruf, Familie und Gesellschaft zu unterstützen, durch Aufklärung der Öffentlichkeit das Verständnis für die Erkrankten zu fördern, die Forschung

  über Ursache und Behandlung der Narkolepsie zu unterstützen,

Selbsthilfegruppen zu bilden und Interessenten die Anschriften örtlicher Kontaktperso­nen,

sachkundiger Ärzte und spezifisch erfahrener Kliniken zu vermitteln,

mit gleichen und ähnlichen Vereinigungen im In- und Ausland zusammenzuarbeiten.

 

Deutsche Narkolepsiegesellschaft e.V., Landesverband Bayern, Wolfgang Herkt, Hofmillerstr. 14, 83024 Rosenheim

Tel.: 0 80 31 / 82 344, Fax: 0 80 31 / 35 74 30, E-Mail: wolfgang.herkt a)t-online.de