Gaucher Gesellschaft Deutschland e. V.
Bei Morbus Gaucher handelt es sich um eine autosomal
rezessiv vererbbare Stoffwechselkrankheit, die in jedem Lebensalter
diagnostiziert werden kann. Man unterscheidet drei Typen der Krankheit. Bei Typ 1 sind
die häufigsten Symptome eine starke Vergrößerung von Milz und Leber,
Veränderungen im Knochenmark und Knochenstruktur, Blutarmut und Gerinnungsstörungen
mit Schmerzanfällen in Leber und Knochen oder Gelenken. Weil viele Ärzte die
Krankheit nicht kennen, werden die Betroffenen häufig sogar als Simulanten
angesehen. Obwohl es ca. 2000
- 4000 Erkrankte in der BRD geben soll,
waren der GGD bis Ende 1999 erst ca. 150 Betroffene bekannt. Bei M. Gaucher Typ II und III (Häufigkeit: 1:100.000) ist außerdem
des Nervensystem betroffen und die Lebenserwartung stark eingeschränkt.
Behandlung
Seit 1994 ist für Typ 1 eine erfolgreiche
Enzymersatzbehandlung, seit 1998 mit dem Präparat „Cerezyme"
in der BRD zugelassen. Vergleichbar zur Insulintherapie bei Diabetikern
benötigen die
Gaucher Patienten die Infusionen lebenslang in
regelmäßigen Abständen, meistens alle 2 Wochen.
Die Gaucher Gesellschaft Deutschland
e.V. (GGD)
ist die bundesweite Selbsthilfeorganisation der Gaucher
Patienten und wurde 1992 gegründet.
Wie wir arbeiten
Die Aufgaben der GGD
sind
Information sowohl der breiten Bevölkerung
wie auch der Ärzte über M. Gaucher und dessen
Behandlungsmöglichkeit und
Unterstützung
wissenschaftlicher Arbeit.
Schaffung
von Kontaktmöglichkeiten zum Erfahrungsaustausch untereinander
Wir
gehen davon aus, dass es sehr viel mehr Betroffene gibt, als die Mediziner
bisher vermuteten. Es ist immer noch schwierig und nur mit Hilfe der Medien möglich, noch
unbekannte Betroffene zu erreichen. Immer wieder hören wir, dass jemand durch
die Auswirkungen der Krankheit physisch und als Folge davon auch psychisch fast unfähig ist, von
sich aus weitere Hilfe zu suchen. Oft hat
bisher ein Verwandter, Freund, Nachbar o.ä. den
Betroffenen von der Arbeit der GGD in Kenntnis gesetzt.
Regionale
Selbsthilfegruppen sind im Aufbau. Einmal jährlich findet eine Gesamttagung statt, jeweils im Wechsel als medizinisch-
wissenschaftliche oder sozialpolitische Tagung. Da die Krankheit recht selten
ist, sind bisher nur in den großen Städten jeweils mehrere Betroffene bekannt.
Neben der Veranstaltung einer jährlichen
bundesweiten Fachtagung und einigen Regionaltreffen geben wir auch ein eigenes
Informationsblatt heraus. Der „go-schee brief `, erscheint ca. 2-3 x jährlich und hat einen Umfang
von 30-50 Seiten.
Eine Zusammenarbeit mit anderen
europäischen Gaucher Gesellschaften findet seit der
Gründung
der GGD statt.
4eminare
Bei Bedarf führen wir
eigene Seminare durch, bisher waren es jeweils ein Eltern-KindSeminar, ein Schmerzseminar und ein sozialpolitisches Seminar. Für das Jahr
2000 planen wir ein einwöchiges Seniorenseminar.
Medienkontakte
Besonders
wichtig für unsere Arbeit sind Kontakte zur Presse und anderen Medien. Viele
Betroffene
wissen immer noch nichts von dieser Behandlungsmöglichkeit. Wie so etwas
aussehen kann, wird deutlich an folgendem Ereignis:
Am 22.11.1993 berichtete der WDR über die
Arbeit der GGD. Schon einen Tag später bekamen wir den ersten Anruf einer
schwer erkrankten 31-jährigen Frau mit Morbus Gaucher,
der man erst eine Woche vorher in einer NRW-Universitätsklinik mitgeteilt
hatte, dass es keine Behandlung für diese Krankheit gäbe und sie in Kürze auf
einen Rollstuhl
angewiesen sei. Nach inzwischen über 5 Jahren Behandlung kann sie heute wieder ein selbstbestimmtes Leben führen, z.B. ist sie wieder in der
Lage, selber Auto zu fahren und kommt auch wieder ohne Schmerzmittel aus. Der
Knochenzerfall ist gestoppt und es geht ihr zunehmend besser.
Gaucher Gesellschaft
Deutschland e.V., Selbsthilfeorganisation An der Ausschacht 9,
59556 Lippstadt, Tel/Fax: 0 29 41 /
188 70
Spendenkonto:
Commerzbank Lippstadt, (BLZ 472 400 47), Konto: 82 57 222